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3月10日

Maisha

Man tritt dominant in ihren Haus ein, geht ein paar neugierig und begierige Schritte auf sie zu, packt sie am Arm und reißt sie wie Wild hinaus. Mitten auf dem Hofe des Dorfes liegt sie nun da, beobachtet von den Menschen die sie umgeben, deren hilflose Blicke sie versucht zu erwidern. Mit den flachen Händen auf die rote Erde gestützt hebt sie ihren schweren Oberkörper langsam hoch um zu erkennen was eigentlich geschehen ist und sie stellt fest in was für einer Lage sie und ihre Dorfmitbewohner sich befinden. Als wären sie gezwungen zu ihr hinzusehen, als hält man ihnen ein Messer an die Kehle damit sie zusehen was gleich mit ihr geschehen wird. An den trüben Gesichtern ist zu erraten was gleich geschehen wird. Man fasst sie von hinten fest an den Haaren und zwingt sie und bringt sie dazu sich auf den Rücken zu legen, man schlägt auf sie ein, tretet und bespuckt sie. Man zerrt ihre Kleider vom Leibe. Sie hat aufgehört, denn sie hat keine Kraft mehr. Sie hat aufgehört, denn sie nimmt das nichtmehr wahr was mit ihr geschieht. Sie hat aufgehört. Sie hat aufgehört sich zu wehren. Sie hat aufgehört zu weinen und zu kreischen. Es werden die letzten Züge ihrer vollkommenen Menschlichkeit sein. Sie weint nicht, doch Tränen fließen ihre Wangen entlang. Sie spürt keine Schmerzen. Doch ihr Stolz wird in  den blutigen Boden getreten, man saugt ihr ihren Glauben aus der Seele, man reißt ihr ihre Liebe aus dem Leib, man zerschmettert ihr Herz in tausend Stücke. Ihre Seele hat man ihr genommen, nur noch ihr beschmutzter Körper liegt da vor der Menge hilfloser Zuschauer. Sie ist selbst wehrlos. Sie gibt ihren Körper hin. Sie machen ihre Beine breit und stellen sich in die Reihe zu zweit, zu dritt. Sie demonstrieren ihre Macht. Sie nehmen ihr ihre Seele weg. Ihre Jungfräulichkeit. Sie wurde in einen Haufen Kot geschmissen. Sie spürt die Schmerzen nicht. Die gequälten Gesichter um sie herum verschwimmen in ihren überfluteten Augen dahin und der einzig übriggebliebene Hauch von Menschenverstand und Gefühl leitet ihre Hand in die Luft als gehört dieser lebendige Arm nicht zu dem toten Körper. Sie sammelt alles körperlich und seelische in sich was sie noch fühlt und denkt und was noch vernünftig sein könnte um ihren Arm in die Luft zu heben. Ihre Sinne sind außer Kraft. Sie hört nicht von den kreischenden Müttern um sie herum, sie hört nicht von den weinenden Babys. Doch sie fühlt es. Sie fühlt wie der Schmerz ihrer Seelen sich über ihnen wie eine riesige graue Wolke zusammenbraut. Sie riecht den schmerzlichen Gestank in der Luft und der wie eine Schlange durch ihren Körper hindurch schweift und sie sieht die riesige graue Wolke direkt über ihren Augen die gen Himmel gerichtet sind. Ihren Arm hält sie hoch, sie möchte die Wolke berühren die ganz nah über ihr schwebt um den ganzen Schmerz der Menschen mit in den Tod zu nehmen, um die Wolke in sich hinein zu saugen. Mit aller Kraft hebt sie ihren Arm so hoch es nur geht, gefolgt von trommeln, die in ihren Gedanken trommeln. Bunte herrliche Bilder ihres ganzen Lebens gehen ihr durch den Kopf und noch ein Zeigefinger entfernt ist ihre Hand von der Wolke und es trommelt immer wilder, immer heftiger begleitet von den Bildern ihrer lebensfrohen Erinnerungen die sie auf dieser wunderschönen Welt gehabt hatte. Sie rollt ihren schwachen  Zeigefinger ganz aus um die Wolke zu berühren und den ganzen Schmerz der über ihren Dorf herrscht mit in den Tod zu nehmen, die Menschen davor zu bewahren und sie lächelt in der Hoffnung die Wolke zu berühren. Es trommelt in ihr und die trommeln motivieren sie zu mehr kraft um die Wolke zu erreichen und sie bewegt mit aller Kraft ihr Zeigefinger in Richtung der grauen Wolke, die Zuschauer sehen ihren Kampf, sie sehen wie sie ihren Arm nach oben streckt, sie sehen doch wissen nicht was sie da tut. Sie sehen wie sie ihren dünnen Zeigefinger mühsam aufrollt als möchte sie auf einem Vogel am Himmel zeigen. Als hält eine höhere Macht ihre Hand fest um sie nach oben zu ziehen und Sie entdecken ein Lächeln in ihrem Gesicht was verschwindet nachdem man ihr in den Kopf schießt.

 

 

Sezgino        09.03.2008

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